Was sind die Vorteile von Vakuumdämmung gegenüber herkömmlicher Dämmung?

Jochen Hiemeyer
Head of Technology
Kategorie
September 2026
Erschienen

Dieser Artikel zeigt, wo Vakuumdämmung konventionellen Dämmstoffen überlegen ist, wo nicht, und wie sich der Unterschied im Produkt auszahlt.

Kurzantwort: Vakuumdämmung erreicht bei gleicher Dicke ein Vielfaches der Dämmwirkung konventioneller Dämmstoffe. Der entscheidende Vorteil ist deshalb nicht die Dämmung selbst, sondern was sie im Produkt bewirkt. Es entsteht mehr Nutzvolumen, eine bessere Energieeffizienzklasse und konstruktive Freiheit. Bei Perlit-Vakuumdämmung kommt hinzu, dass der Vakuumkörper eigenstabil ist und damit Struktur und Dämmung in einem Bauteil vereint.

Das Wichtigste in Kürze‍

  • Der Wärmetransport in konventionellen Dämmstoffen läuft überwiegend über Gasmoleküle. Vakuumdämmung entzieht dem Material genau diesen Mechanismus.
  • Der Nutzen entsteht selten in der Dämmung, sondern im Produkt darum herum. Mehr Nutzvolumen, kompaktere Bauform, entfallende Konstruktionselemente.
  • Steigende Ökodesign-Anforderungen und der regulatorische Druck auf PU-Schaum machen die Frage in vielen Produktkategorien zur Pflicht statt zur Kür.
  • Wer nur Materialkosten je Quadratmeter vergleicht, übersieht den größeren Teil des Nutzens.
  • Vakuumdämmung lohnt sich nicht überall. Unterhalb bestimmter Dämmstärken und ohne Bauraumdruck bleibt konventionelle Dämmung die richtige Wahl.
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Die Frage nach den Vorteilen von Vakuumdämmung wird meistens zu eng gestellt. Wer Dämmstoffe nebeneinanderlegt und Kennwerte vergleicht, findet einen klaren Sieger und trotzdem keine belastbare Entscheidungsgrundlage. Denn der eigentliche Unterschied zeigt sich erst, wenn man das Produkt betrachtet, in dem die Dämmung sitzt.

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Warum dämmt Vakuum besser?‍

Weil der wichtigste Wärmetransportmechanismus schlicht entfällt. In einem konventionellen Dämmstoff wird Wärme überwiegend über Gasmoleküle in den Poren transportiert. Styropor, Mineralwolle und PU-Schaum reduzieren vor allem die Luftbewegung, also die Konvektion. Die Wärmeleitung über das Gas selbst bleibt der dominierende Anteil.Vakuumdämmung setzt genau dort an. Ein poröses Kernmaterial wird von einer gasdichten Hochbarrierefolie umschlossen und evakuiert. Sind die Gasmoleküle weitgehend entfernt, verschwindet der größte Beitrag zum Wärmetransport. Übrig bleiben Festkörperleitung und Strahlung, beide deutlich kleiner.
Das Kernmaterial muss dem Luftdruck standhalten, der sich durch das Vakuum ergibt, und dabei eine poröse Struktur behalten, in der das Vakuum überhaupt vorliegen kann. Der Druck der Atmosphäre ist mit etwa 10 Tonnen pro Quadratmeter beachtlich, darum hat Vakuumdämmung eine höhere Dichte als konventionelle Dämmung. Über die Qualität des Ergebnisses entscheidet dabei ein Detail, auf das wir weiter unten zurückkommen. Die Porengröße des Kernmaterials bestimmt, wie gut das Vakuum sein muss und wie stabil die Leistung über die Jahre bleibt.
Wie groß der Unterschied ausfällt, zeigt der direkte Vergleich der Kernmaterialien. Die Werte beziehen sich auf das Kernmaterial, nicht auf den fertigen Systemaufbau, der je nach Konstruktion abweichen kann.

Konventionelle Isolierung​
Expandierte Polystyrene (EPS)​
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
35 - 40
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,7
Dichte [kg/m3]
15 - 30
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
0,3
Materialkosten [EUR/m3]
30 - 70
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
1,0
Nachhaltigkeit des Materials
Niedrig
Vakuumisolierung
Perlit
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
7
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,14
Dichte [kg/m3]
200
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
20
Materialkosten [EUR/m3]
40
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
0,3
Nachhaltigkeit des Materials
Hoch ​
Natürliches Material, geringer Energieaufwand
Konventionelle Isolierung​
Mineralwolle
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
35 - 40
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,7
Dichte [kg/m3]
80
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
N/A
Materialkosten [EUR/m3]
30 - 70
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
1,0
Nachhaltigkeit des Materials
Mittel
Vakuumisolierung
Perlit
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
7
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,14
Dichte [kg/m3]
200
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
20
Materialkosten [EUR/m3]
40
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
0,3
Nachhaltigkeit des Materials
Hoch ​
Natürliches Material, geringer Energieaufwand
Gasbasierte Isolierung​
Polyurethan/​PUR-Schaum​
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
20 - 30
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,4
Dichte [kg/m3]
30 - 40
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
5
Materialkosten [EUR/m3]
60 - 150
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
1,7
Nachhaltigkeit des Materials
Niedrig ​
Problemat. Schäumgase,​
geringe Rezyklierbarkeit
Vakuumisolierung
Perlit
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
7
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,14
Dichte [kg/m3]
200
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
20
Materialkosten [EUR/m3]
40
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
0,3
Nachhaltigkeit des Materials
Hoch ​
Natürliches Material, geringer Energieaufwand
Vakuumisolierung
Pyrogene ​Kieselsäure​
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
3,5
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,17
Dichte [kg/m3]
120
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
1,5
Materialkosten [EUR/m3]
600
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
2,0
Nachhaltigkeit des Materials
Niedrig ​
Sehr hoher Energiebedarf​ bei der Herstellung
Vakuumisolierung
Perlit
Wärmeleitfähigkeit bei 10 °C [mW/m·K]
7
Wärmedurchgangskoeffizient [W/m2·K]
0,14
Dichte [kg/m3]
200
Steifigkeit/E-Modul [MPa]
20
Materialkosten [EUR/m3]
40
Effizienzkosten [EUR*W/m4·K]
0,3
Nachhaltigkeit des Materials
Hoch ​
Natürliches Material, geringer Energieaufwand

λ = Wärmeleitfähigkeit des Kernmaterials. U-Wert berechnet für 50 mm Dicke mit dem jeweils günstigsten Wert der angegebenen Spanne, für pyrogene Kieselsäure als 15-mm-Platte in 35 mm Schaumstoff. Kosten je Dämmleistung als Index für die Materialkosten des Kernmaterials, die nötig sind, um eine bestimmte Dämmwirkung zu erreichen. EPS auf 1,0 normiert, niedrigere Werte sind besser. Der Index vergleicht bei gleicher Dämmwirkung, nicht bei gleicher Fläche oder Dicke. Quelle: eigene Berechnung.

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Zwei Dinge fallen an dieser Tabelle auf. Erstens erreicht evakuiertes Perlit rund die dreifache Dämmleistung von PUR-Schaum und etwa das Fünffache konventioneller Dämmstoffe. Zweitens ist Perlit als einziges Kernmaterial in der Übersicht gleichzeitig leistungsfähig, wirtschaftlich und nachhaltig. Pyrogene Kieselsäure erreicht zwar einen niedrigeren Kennwert, erkauft ihn aber mit deutlich höheren Kosten und einem energieintensiven Herstellungsprozess.

Die Bewertung der Nachhaltigkeit folgt dabei nachvollziehbaren Kriterien. PUR-Schaum ist durch Schäumgase und geringe Rezyklierbarkeit belastet, pyrogene Kieselsäure durch einen sehr hohen Energiebedarf in der Herstellung. Perlit ist ein natürliches Gesteinsmaterial mit geringem Energieaufwand bei der Aufbereitung.

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Beim evakuierten Perlit entfällt der Gasanteil vollständig. Quellen: Wutz Handbuch Vakuumtechnik (Vieweg+Teubner Verlag), eigene Messungen.

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Welchen konkreten Vorteil bringt das im Produkt?‍

Der Vorteil liegt fast nie in der Dämmung selbst, sondern in dem, was sie im Produkt bewirkt. Aus der höheren Dämmleistung lassen sich zwei grundsätzlich verschiedene Dinge machen, und die Entscheidung darüber gehört an den Anfang jeder Auslegung.

Erstens gleiche Außenmaße bei dünnerer Dämmung. Der gewonnene Raum wird zu Nutzvolumen. Bei einem Kühlgerät heißt das mehr Stauraum bei identischer Stellfläche, bei einem Speicher mehr Inhalt bei gleicher Aufstellsituation.

Zweitens gleiche Dämmstärke bei geringerem Verlust. Der Energieverbrauch sinkt, die Energieeffizienzklasse verbessert sich. In Produktkategorien mit Label ist das direkt verkaufsrelevant.

Der interessanteste Fall ist aber ein dritter, und er wird regelmäßig übersehen. Wenn sich die Wandstärke ändert, ändert sich der Bauraum. Und wenn sich der Bauraum ändert, lässt sich das Produkt anders aufbauen. In einem unserer Projekte wurde ein Gefriergerät deshalb nicht neu gedämmt, sondern neu gedacht. Die verbesserte Dämmung erlaubte eine andere Anordnung der Kältetechnik, ausgeführt als leicht austauschbare Schublade. Nutzvolumen, Servicefreundlichkeit und Energieeffizienz verbesserten sich gleichzeitig.

Hinzu kommt ein Punkt, der spezifisch für die Perlit-Vakuumdämmung ist. Der Vakuumkörper ist eigenstabil. Er trägt, statt getragen zu werden. Das erlaubt es, konstruktive Elemente entfallen zu lassen, etwa Abstandshalter oder Teile der Stützstruktur. Ein Bauteil ersetzt zwei Funktionen.

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Was treibt die Entscheidung regulatorisch?‍

Zwei Entwicklungen, die unabhängig voneinander in dieselbe Richtung zeigen.

Die erste betrifft die Energieeffizienz. Die produktbezogenen EU-Ökodesign-Verordnungen werden fortlaufend revidiert, und die Schwellenwerte verschärfen sich. Bei Warmwasserspeichern etwa sinkt der maximal zulässige Wärmeverlust für das beste Label deutlich. Für Hersteller bedeutet das, dass eine heute ausreichende Dämmung morgen ein Label kostet.

Die zweite betrifft das Material selbst. PFAS-freie Schäummittel, halogenfreie Flammschutzmittel, weniger rohölbasierte Ausgangsstoffe, geschlossene Materialkreisläufe. All das setzt geschäumte Dämmstoffe unter Druck, und zwar an mehreren Stellen gleichzeitig. Perlit ist ein Vulkangestein und von diesen Verschärfungen nicht betroffen.

Für die Vorentwicklung heißt das, dass die Frage weniger lautet, ob eine leistungsfähigere Dämmtechnologie gebraucht wird, sondern wann die eigene Produktlinie an den Punkt kommt, an dem konventionelle Dämmung die Anforderungen nicht mehr erfüllt.
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Wie verhält sich Vakuumdämmung über die Lebensdauer?

‍Das ist die Frage, die in Kundengesprächen fast immer als zweites kommt, und sie ist berechtigt. Ein Vakuum, das über Jahre Gas aufnimmt, verliert Dämmleistung. Entscheidend ist deshalb nicht der Startwert, sondern der Verlauf.

Für die Lebensdauer einer Vakuumdämmung ist das Zusammenspiel zwischen Porengröße des Kernmaterials und Vakuumdichtigkeit der Hülle entscheidend. Über die Jahre dringt eine kleine, aber messbare Gasmenge durch Diffusionsprozesse in den Vakuumraum ein. Diese Menge muss bei der Auslegung eines Dämmprodukts bekannt sein, um die Zunahme der Wärmeleitfähigkeit beurteilen zu können.

Perlit zeigt bei Alterungsprozessen einen entscheidenden Vorteil. Durch die hohe mechanische Steifigkeit des Kernmaterials gibt es keinen Dickenschrumpf, der insbesondere bei Vakuumdämmung auf Basis pyrogener Kieselsäure die initialen Dämmwerte verschlechtern kann. Wir haben Gefrierschranktüren mit unterschiedlichen Dämmtechnologien über mehrere Jahre vermessen. Die Perlit-Vakuumdämmung zeigte dabei die bei weitem geringste Zunahme der Wärmeleitfähigkeit.

Für die Auslegung heißt das, dass Sie mit einem Endwert rechnen können, der nah am Startwert liegt. Wer stattdessen einen großzügigen Sicherheitsabschlag einplanen muss, verschenkt am Ende genau den Bauraum, den die Technologie eigentlich freisetzt.
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Warum entscheidet die Porengröße über die Dämmleistung?

Beim Vergleich verschiedener Kernmaterialien ist die Porengröße in der Stützstruktur eine entscheidende Einflussgröße, denn sie bestimmt, wie gut das Vakuum sein muss, um eine gute Dämmwirkung zu erzielen. Um das zu verstehen, muss man den Wärmeübertragungsmechanismus auf mikroskopischer Ebene betrachten. Gasmoleküle transportieren Wärme wie eine Kette. Jedes Molekül nimmt beim Stoß Energie vom wärmeren Nachbarn auf und gibt sie an den kälteren weiter, ähnlich wie Billardkugeln, die einen Stoß durchreichen. Über viele solcher Stöße wandert die Wärme durch die Pore.

Wird der Gasdruck so weit gesenkt, dass ein Molekül die Pore durchquert, ohne unterwegs einem anderen zu begegnen, reißt diese Kette ab. Das Molekül pendelt dann nur noch zwischen zwei Wandstellen, und trägt entsprechend wenig Wärme weiter. Genau das ist der Punkt, an dem die Wärmeleitfähigkeit nennenswert sinkt. Je feiner die Poren, desto früher wird er erreicht und desto weniger tief muss das Vakuum sein. Diese Zusammenhänge sind seit über 100 Jahren bekannt und finden sich in der Literatur unter dem Namen Knudsen-Effekt oder Smoluchowski-Effekt.

Wie sich der Knudsen-Effekt auswirkt, sieht man in folgendem Diagramm, in dem die Wärmeleitfähigkeit gegen den Gasdruck aufgetragen ist. Die Gasdruckskala liegt dabei im Bereich um 1 mbar, also einem tausendstel des atmosphärischen Drucks.

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Je feiner die Porenstruktur, desto flacher derAnstieg bei steigendem Gasdruck. Schematische Darstellung. Quellen: WutzHandbuch Vakuumtechnik (Vieweg+Teubner Verlag), eigene Messungen.

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Der Vergleich zeigt, warum ein niedriger Startwert allein wenig aussagt. Glasfaser erreicht im nahezu perfekten Vakuum den besten Wert, verliert diesen Vorsprung aber schon bei geringem Druckanstieg und liegt oberhalb von etwa einem Millibar schlechter als Perlit. Silica bleibt über den gesamten Bereich flach und ist damit am unempfindlichsten, erkauft das aber mit Kosten und Primärenergie. Perlit verbindet einen robusten Verlauf mit einem Kostenniveau, das industriell trägt.

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Im Detail wird das durch verschiedene Gasarten komplexer, hauptsächlich Stickstoff, Sauerstoff und Wasserdampf. Dazu kommen Sorptionseffekte für die verschiedenen Gasarten, die dazu führen, dass Teile der Gasmenge im Vakuumraum gebunden werden. Dass die Leistung stabil bleibt, ist dadurch keine Materialeigenschaft allein, sondern eine Frage der Prozessqualität. Hochbarrierefolie, Sorptionsmaterial im Inneren und eine spezialisierte Messtechnik zur Leckageprüfung gehören untrennbar dazu. Genau deshalb betrachten wir Vakuumdämmung als System und nicht als Werkstoff.

Warum Perlit und nicht pyrogene Kieselsäure?

Weil die Frage nur im Systemzusammenhangsinnvoll zu beantworten ist. Pyrogene Kieselsäure, wie sie in klassischenVakuumisolationspaneelen eingesetzt wird, erreicht auf der reinen Kennwertebenesehr gute Werte. Wer allein danach entscheidet, verpasst allerdings dreiDimensionen, die im industriellen Einsatz oft schwerer wiegen.

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Materialkosten. Perlit ist ein natürlichvorkommendes Vulkangestein, pyrogene Kieselsäure ein aufwendig hergestelltesIndustrieprodukt. Der Unterschied im Materialpreis ist erheblich undentscheidet in vielen Anwendungen darüber, ob ein Produkt kalkulierbar bleibt.

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Primärenergie. Die Herstellung pyrogenerKieselsäure ist energieintensiv. Perlit wird gewonnen, expandiert und gemahlen.Bezogen auf den Dämmwert je eingesetzter Primärenergie ergibt sich ein deutlichanderes Bild als beim reinen Lambda-Vergleich.

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Bauform. Vakuumisolationspaneele werden alsfertige Platten eingelegt oder eingeschäumt, mit Wärmebrücken an jederStoßstelle. Der Perlit-Vakuumkörper wird dagegen in der Form des Produktsaufgebaut, auch dreidimensional. Der Systemwert eines Aufbaus kann sich dadurchdeutlich vom Kennwert des Kernmaterials unterscheiden, in beide Richtungen.

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Ehrlich gesagt gilt beides. Wer ausschließlichden niedrigsten Kernwert sucht, findet ihn nicht bei Perlit. Wer einindustriell skalierbares, wirtschaftlich tragfähiges und regulatorisch robustesSystem sucht, sehr wohl.

Rechnet sich das?

Häufiger, als die erste Kalkulation vermuten lässt. Entscheidend ist, gegen welche Alternative gerechnet wird, denn die beiden naheliegenden Vergleiche führen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.

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Gegen klassische Vakuumisolationspaneele auf Basis pyrogener Kieselsäure fällt der Vergleich klar zugunsten von Perlit aus. Das Kernmaterial ist um ein Vielfaches günstiger, weil es sich um ein natürlich vorkommendes Gestein statt um ein aufwendig hergestelltes Industrieprodukt handelt. Wer heute Silica-Paneele einsetzt oder deren Preis als Grund gegen Vakuumdämmung anführt, rechnet mit der teuersten verfügbaren Variante.

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Gegen PU-Schaum ist die Rechnung differenzierter, und wir sagen offen, wie sie ausgeht. In manchen Anwendungen liegen die Herstellkosten leicht über denen einer Schaumlösung. Dem steht eine deutlich höhere Dämmleistung gegenüber, die sich unmittelbar in Energieverbrauch, Effizienzklasse und Nutzvolumen niederschlägt. In anderen Anwendungen, besonders bei großen Dämmvolumina, liegen die Herstellkosten sogar darunter, weil der Schaumbedarf und die zugehörigen Konstruktionselemente entfallen.

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Der übliche Denkfehler besteht darin, Materialkosten je Quadratmeter zu vergleichen. In der Gesamtbetrachtung gehören mehrere Positionen dazu, die in dieser Zeile nicht auftauchen. Entfallende Konstruktionselemente, weil der Vakuumkörper selbst trägt. Entfallende Prozessschritte in der Fertigung. Weniger Materialeinsatz an anderer Stelle durch kompaktere Bauformen. Und ein besseres Energielabel, für das im Markt vielfach eine Mehrpreisbereitschaft besteht.

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Ob die Rechnung im konkreten Fall aufgeht, hängt von Stückzahl, Geometrie und Produktkategorie ab. Das lässt sich nicht pauschal beantworten, aber früh und belastbar rechnen. Genau das machen wir in der ersten Projektphase gemeinsam mit dem Kunden.

Wo lohnt sich Vakuumdämmung nicht?

Vakuumdämmung braucht eine Mindestdämmstärke, um ihre Vorteile auszuspielen. Für STRATMO liegt dieser Bereich bei etwa 30 mm, für STRATMO+ bei etwa 10 mm. Darunter wird der Aufwand selten durch den Nutzen getragen, mit Ausnahmen im Einzelfall.

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Sie lohnt sich außerdem dort wenig, wo Bauraum keine Rolle spielt und keine Effizienzanforderung besteht. Wenn eine Wand beliebig dick sein darf und niemand nach einem Label fragt, ist konventionelle Dämmung die richtige Wahl. Wir sagen das auch so, wenn es zutrifft.

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Und sie erfordert eine Auseinandersetzung mit der eigenen Fertigung. Ein Vakuumkörper entsteht nicht auf einer Schaumanlage. Wie sich dieser Punkt lösen lässt, ohne dass er ein Projekt blockiert, beschreiben wir in unserem Artikel zur Zusammenarbeit.

So prüfen Sie den Einsatz in Ihrem Produkt

  1. Nutzenrichtung festlegen. Entscheiden Sie zuerst, ob Sie gewonnenen Bauraum in Nutzvolumen, in eine bessere Effizienzklasse oder in eine kompaktere Bauform umsetzen wollen. Diese Entscheidung prägt die gesamte Auslegung.
  2. Systemgrenze weit ziehen. Betrachten Sie nicht die Dämmschicht, sondern das Bauteil mit allen angrenzenden Funktionen. Erst dann werden entfallende Konstruktionselemente und Prozessschritte sichtbar.
  3. Regulatorischen Zeitpunkt bestimmen. Prüfen Sie, wann Ihre Produktkategorie von der nächsten Ökodesign-Revision betroffen ist. Daraus ergibt sich Ihr Entwicklungsfenster.
  4. Gesamtkosten rechnen, nicht Materialkosten. Stellen Sie die Kalkulation auf Produktebene auf, inklusive Fertigung, Konstruktion und Preisbereitschaft im Markt.
  5. Mit einem Pilotprodukt starten. Wählen Sie ein konkretes Produkt statt einer Grundsatzentscheidung. Der Ressourceneinsatz bleibt so überschaubar.

Häufige Fragen

Ist Vakuumdämmung dasselbe wie ein Vakuumisolationspaneel?

Nein. Ein Vakuumisolationspaneel ist eine fertige Platte, die eingelegt oder eingeschäumt wird, mit Wärmebrücken an den Stoßstellen. Perlit-Vakuumdämmung bildet stattdessen einen durchgehenden, eigenstabilen Vakuumkörper in der Form des Produkts. Beides nutzt dasselbe physikalische Prinzip, führt aber zu sehr unterschiedlichen Bauteilen.

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Ersetzt Vakuumdämmung PU-Schaum eins zu eins?

Technisch möglich, wirtschaftlich meist nicht sinnvoll. Wer nur die Dämmschicht tauscht, verschenkt den größten Teil des Nutzens, weil die eigentlichen Vorteile aus der geänderten Produktarchitektur entstehen. Der bessere Ansatz ist, das Produkt vom gewonnenen Bauraum her neu zu denken.

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Was passiert, wenn das Vakuum belüftet?

Der betroffene Vakuumkörper verliert seine Vakuumwirkung und dämmt dann etwa auf dem Niveau eines konventionellen Dämmstoffs. Das Bauteil fällt also nicht komplett aus, verliert aber deutlich an Leistung. Konstruktive Schutzschichten, Handhabungskonzepte und Qualitätssicherung in der Fertigung adressieren dieses Risiko gezielt.

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Eignet sich Vakuumdämmung auch für hohe Temperaturen?

Der Einsatzbereich hängt von der Materialkombination ab, insbesondere von Folie und Anbindung. Perlit selbst ist als mineralisches Gestein temperaturbeständig. Die konkreten Grenzwerte legen wir anwendungsbezogen fest, weil sie vom Gesamtaufbau abhängen.

Fazit

Die Vorteile von Vakuumdämmung lassen sich nicht in einer Kennwertzeile ablesen. Physikalisch geht es darum, den dominierenden Wärmetransportmechanismus zu entfernen. Im Produkt geht es um etwas anderes, nämlich um Bauraum, um Effizienzklassen, um entfallende Bauteile und um die Frage, ob eine Produktlinie den kommenden Anforderungen noch gewachsen ist.

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Wer diese Perspektive einnimmt, stellt schnell fest, dass die interessante Frage nicht lautet, welcher Dämmstoff die niedrigste Wärmeleitfähigkeit hat. Sondern welches Produkt entsteht, wenn Dämmung plötzlich kein limitierender Faktor mehr ist. Vakuumdämmung. Neu gedacht. In Serie gebracht.

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Wenn Sie prüfen möchten, was das für Ihr Produkt bedeutet, sprechen Sie mit uns. In einem technischen Erstgespräch klären wir gemeinsam, wo in Ihrer Anwendung der größte Hebel liegt. Sie erreichen uns unter info@terravac.eu.

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Ausführliche Antworten auf weitere Fragen finden Sie in unseren FAQ.